T O D S P A N N U N G

 Raum für phantastische und serielle Spannungsliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts von Robert N. Bloch und Mirko Schädel

Hamburg, meine Perle
von Mirko Schädel


Vor rund 20 Jahren erreicht die Schill-Partei und deren ekelhafter Vorsitzender Ronald Schill annähernd 20 % der Wählerstimmen dieser weltoffenen Stadt. Eine Stadt der Lügen offenbar, verkommen wie seine Werbebranche, die hierzulande besonders stark ist und deren oberste Aufgabe es ist Produkte der Industrie mit einem Gewebe von Lügen zu umhüllen, so daß deren wahre Qualität nicht nur verschleiert wird, sondern diese Strategen befleißigen sich mittlerweile einer Methode, die am Ende dazu führt, daß das beworbene Produkt überhaupt nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Die Technik der Werbewirtschaft ist ganz ähnlich wie die der Populisten, Verschwörungstheoretiker und Hobbynazis, sie wiederholen ihre Lügen oft genug, so daß irgendwas davon in schlichten Gemütern hängen bleibt. Das haben sie sich offenbar von der Springer-Presse abgeguckt, die praktizieren das schon seit Jahrzehnten. Neuerdings haben Werbung und Nazis gleichermaßen entdeckt, daß die diametrale Verkehrung von Wahrheit und Lüge recht effektiv ist.

Heute interessieren sich Parteien wie die FDP oder die CDU/CSU angeblich für das Weltklima, was ebenso absurd wie lächerlich ist, genauso übrigens wie das geheuchelte Interesse dieser Parteien an Transparenz oder Wahrheit. Der Kauf eines Daimler Benz assoziiert dank der Reklame, man würde mit dem Kauf dieses Fahrzeugs der Natur mehr zurückgeben als man ihr damit rauben würde. Die Werbung für Daimler Benz erweckt den Eindruck, als ob man sein Fahrzeug getrost in den Garten stellen könnte, wo es in kürzester Zeit zu fruchtbaren Kompost reift und bunte Blümchen auf der rottenden Karrosserie wuchern, und als würden die Ressourcen für die Produktion dieser Fahrzeuge auf den Bäumen wachsen. Hierzulande können die größten Lügen verbreitet werden und die Lügner werden noch gehätschelt, verdienen Geld mit ihrer Tätigkeit oder werden mit einer Rente von 2000 Euro im Monat in den Vorruhestand versetzt, wo man wie Ronald Schill bis zum Lebensende seinen Vorhautkäse pflegt, der bereits aus allen Körperöffnungen blubbert. Mit anderen Worten, die größten Lügner werden belohnt.

Was Hamburg mit Weltoffenheit zu tun haben soll, müßte man mir erst erklären, denn sehen kann ich die vermeintliche Weltoffenheit durchaus nicht, es sei denn man verwechselt Weltoffenheit mit Gleichgültigkeit. Dafür herrscht hier tatsächlich eine Mischung aus Provinzialität, Lokalpatriotismus und der Anbetung des Geldes. Weltoffenheit scheint sich in mikroskopischer Winzigkeit zu verlieren, sie ist nicht mit den eigenen Augen wahrnehmbar. Im Gegenteil, der ganze Rassismus und die Abgrenzungspolitik in dieser Stadt sind hingegen gesetzt.

Die gleichen geisteskranken Psychopathen, die wir schon von Ronald Schills Zombie-Partei kannten, tummeln sich heutzutage überwiegend in der AfD, einer anderen und doch ebenso überflüssigen Partei von Hobby-Nazis, denen man täglich in die Fresse schlagen möchte. Dieses asoziale Pack ist in Hamburg präsent. Hamburg ist nicht gerade bekannt für seine intellektuellen Fähigkeiten, das kann man alle paar Jahre an dem Wählerverhalten seiner Bürger ablesen. Nazis und Rassisten sind hier genauso verbreitet wie in der Sächsischen Schweiz, man braucht den Leuten hier nur aufs Maul schauen, dann kann man es hören. Ich bin überzeugt, der Nationalsozialismus hat hier von 1933–1945 große Erfolge verzeichnen können.

Zur Zeit läuft ein Feldversuch am lebenden Objekt in Bahrenfeld: der »Sportplatz Bahrenfeld«. Echte Menschenversuche an Heranwachsenden und Kindern. Da haben Politiker und Sportfunktionäre in einzigartigerweise einen Sportplatz direkt an der A7 bauen lassen, wo unsere lieben Kleinen mit ihren im Wachstum befindlichen Lungen während der körperlichen Ertüchtigung Stickoxide, Benzol, Feinstaub und vermutlich auch Schwermetalle inhallieren dürfen. Mal ordentlich durchatmen. Aber die Verantwortlichen haben eine Mauer an der A7 bauen lassen, da sich diese in der Luft befindlichen Stoffe ja nicht über die Grenzanlage trauen. Die Mauer sorgt dafür, daß die ganze hochkonzentrierte, giftige Chemie in der Atemluft von dem Verkehr auf der A7 nicht in die Lungenkapillare unserer lieben Kleinen dringt, die sich auf dem Sportplatz tummeln und Leichtathletik treiben oder Fußball spielen. Schönes Experiment unter dem Motto: Wir Hamburger sind hart wie Kruppstahl, wer das überlebt oder sich schon frühzeitig gesundheitliche Schäden in den Atemwegen zuzieht, der wird auch den nächsten Atomkrieg überleben.

Wie man auf die Idee kommen kann einen Sportplatz an einer vielbefahrenen Autobahn zu bauen, scheint nur dem Hamburger einzuleuchten. Daran sieht man, was in den Gehirnen unserer Entscheidungsträger so vorgeht, nämlich gar nichts. Die Flächen für die Zusammenführung mehrerer Sportanlagen, die nun für den Sportbetrieb nicht mehr benötigt werden, ist zu Bauland erklärt worden, wo man teure Wohnungen baut, die bald keiner mehr bezahlen kann, da die Mißwirtschaft, die Korruption und das parteiunabhängige der Wirtschaft-in-den-Arsch-kriechen dieser Stadt genügen wird, um Hamburg nachhaltig zugrunde zu richten.

Man schaue sich mal den Straßenverkehr in dieser Stadt an. Eine einzige Katastrophe in jeder Hinsicht. Mal ganz abgesehen von der schlechten Luftqualität. Die Aggressivität der Autofahrer ist witzig, wie oft sehe ich schreiende, drohende Autofahrer, die versuchen einen anderen Autofahrer aus seinem Fahrzeug zu ziehen um ihm die Fresse zu polieren. In dieser Stadt herrscht bereits das Recht des Stärkeren – und das der größten Schreihälse. Ein unerträglich dummes Sozialverhalten, ganz gleich wo man hinsieht. Das beginnt bereits bei Ämtern und Behörden und reicht bis tief in die prollige Seele der Bevölkerung aus den unterschiedlichsten Milieus. Der Ton macht die Musik, aber die spröde Dummheit dieser Stadt begreift es nicht.

Hamburg sollte seine Orteinfahrtsschilder noch mit einem durchgestrichenen Gehirn versehen, damit jeder weiß, daß Vernunft, Logik oder Nachdenken in dieser Stadt keine Rolle spielt.