T O D S P A N N U N G

 Raum für phantastische und serielle Spannungsliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts von Robert N. Bloch und Mirko Schädel

Peter Struck: »Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.«, oder: Lügen haben kurze Beine…
von Mirko Schädel


»Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt.« Dieses Zitat ist ebenso lächerlich, wie Ulbrichts Satz: »Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.«

Ab heute, den 15.8.2021, wird die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland offenbar nicht mehr am Hindukusch verteidigt. Dabei stellt sich die Frage, ob die Sicherheit Deutschlands überhaupt je am Hindukusch verteidigt wurde.

Die Gehirne von Militärs waren von jeher intelligenzbefreite Zonen, deshalb kann man den führenden Fachkräften der Nato keine Vorwürfe machen. Die Analysen derer waren und sind immer fragwürdig und unterbelichtet. Nun darf man sehen wieviel Mut noch in den Streitkräften des westlichen Militärbündnisses steckt, die sich vor den Steinzeit-Milizen der Taliban fürchten und panisch einen Rückzug organisieren, der im Chaos enden wird. Die ganze Intervention der Nato war ein lächerlicher Irrtum, die das Land vermutlich in der eigenen Entwicklung die letzten zwanzig Jahre eher hemmte – denn das Hätscheln einer pseudodemokratischen und korrupten Führungselite wird jede eigenständige Entwicklung gebremst oder verhindert haben.

Insofern sind die Toten, die die Bundeswehr oder andere Hobbymilizen der Nato zu beklagen haben, ein trauriges und überflüssiges Opfer gewesen. Der Großteil dieser Opfer waren übrigens afghanische Zivilisten.

Die Verantwortlichen dieser Menschenschlachtung findet man in den Parlamenten und den Führungsgremien verschiedener Parteien in Europa und Nordamerika. Besonders hervorgetan haben sich dabei sämtliche amerikanische Präsidenten seit George Bush jun. – In der Bundesrepublik Deutschland hat dieser nichtswürdige Krieg die SPD ebenso wie die CDU und deren Koalitionäre zu verantworten. Meiner Meinung nach gehören diese Kriegstreiber vor den Gerichtshof in Den Haag.

Das dumme Zitat des mittlerweile verstorbenen Peter Struck ist eine typische Propaganda-Entgleisung, die den gesunden Menschenverstand ad absurdum führt. Es gibt keinen sauberen Krieg – und es wird nie einen sauberen Krieg geben, ganz gleich welcher technischer Errungenschaften man sich bedient. Es gibt keinen gerechten Krieg und es hat nie einen gerechten Krieg gegeben. Krieg ist Schmutz, Dreck, Tod, Leid und Einfalt.

Schon die Militärs der Sowjetunion haben sich an den Taliban die Zähne ausgebissen. Nun wurde das ehemals mächtigste Militärsbündnis der westlichen Welt in die Flucht geschlagen. Man muß den Taliban Respekt zollen, sie dürfen sich als unbesiegbar betrachten. Ich glaube nicht, daß Militärs der Nato oder des ehemaligen Warschauer Paktes den Taliban intellektuell das Wasser reichen können. Zumindest amüsiert mich, daß die Vollidioten von Taliban den Vollidioten der mächtigsten Militärbündnisse das Fürchten gelehrt haben.

Die einen sind bereit für ihren Sold zu töten, die anderen benötigen keinen Lohn, sie sind von Fanatismus und einem seltsamen Ideal erfüllt – sie töten ihre Gegner auch gratis und sozusagen als Schnäppchen.

Aber eine wirklich dumme Figur machen unsere Politiker, die Volksvertreter, die diesen Krieg vorangetrieben und unterstützt haben. Diese Leute sind die echten Vollidioten, die ihre eigenen Leute in einen nutzlosen, fragwürdigen, überflüssigen und wie man heute sieht völlig absurden Krieg geschickt haben, der schon vor zwanzig Jahren ebenso fragwürdig war wie heute. Diese Politiker sollte man heute, wenn man die restlichen Landsleute aus Kabul herausholt, gleich dorthin fliegen und den Taliban zum Fraß vorwerfen. Dann wäre ein Fünkchen Gerechtigkeit hergestellt. Sollen die Taliban sich doch mit diesen weißärschigen Fruchtfliegen aus Berlin und Washington beschäftigen, die diesen unsäglichen Krieg angezettelt und politisch unterstützt haben.

Der Einmarsch in Afghanistan war ein politischer und militärischer Fehler, der Rückzug aus Afghanistan war ein politischer und militärischer Fehler. Bezahlen werden diese Fehler die Afghanen, die Zivilbevölkerung, das afghanische Volk. Sie werden den Tribut zahlen für die Fehler, die man in Washington, Paris, London oder Berlin begangen hat. Die politischen Funktionäre, die diesen Krieg verteidigt oder begründet haben, sind nichts anderes als empathie- und verantwortungslose Psychopathen. Diese Leute gehören nach Kabul, da dürfen sie ihre Vorstellungen von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit gern mit den Taliban einüben.

Die hochgerüstete und mit modernster Waffentechnologie ausgestattete NATO streckt die Waffen vor den Taliban, sie flüchten feige vor den Steinzeit-Milizen., die auf Mofas und schrottreifen Karren mit altertümlichen Knarren das Land erobern. Das ist die Realität. Alles andere dürfte Propaganda sein. 

Einen Tag nach dieser Katastrophe in Kabul erklärt Dr. Rolf Mützenich, dessen Doktorarbeit dringend überprüft werden muß, daß der Terror ja nun in Afghanistan vorerst unterbrochen sei. Ich schlage vor Mützenich samt seiner Familie ins Flugzeug zu setzen, dann kann er mal einen erholsamen Wellnessurlaub in Afghanistan im Kreis seiner Liebsten verbringen. Wie blöd muß man eigentlich sein um hierzulande in der Politik zu landen und derartige Kommentare abzugeben?