T O D S P A N N U N G

 Raum für phantastische und serielle Spannungsliteratur des 19. und 20. Jahrhunderts von Robert N. Bloch und Mirko Schädel

Beamte und Nazis. Eine innige Beziehung. Eine satyrische Bestandsaufnahme
von Mirko Schädel

 


Ehe der Beamte vor einigen Jahrhunderten von den Baumkronen herabstieg und im Mittelalter zum Steigbügelhalter avancierte, spielt er im weitgehend darwinistischen Weltbild der Gegenwart kaum eine nennenswerte Rolle. Dabei war der blasse Duckmäuser eine überaus erfolgreiche Gattung, sein Erfolg begründete sich in der Speichelleckerei und dem Instinkt sich zur rechten Zeit zu ducken, und gelegentlich nachzutreten. Nachtreten ist eine beliebte Kommunikationsform des Bürokraten.

Die Mentalität des frühen Beamtentums hat sich bis zur heutigen Zeit kaum verändert, lediglich eine Philosophie des Herrschens kam hinzu. Vermutlich führte Friedrich Nietzsches Idee des Übermenschen irrtümlich auch in den Amtsstuben zu neuen, verwirrenden Einsichten.

Die größte Transformation des deutschen Beamten jedoch fand zwischen 1933 und 1945 statt, denn nicht nur die Mentalität des Duckmäusertums koalierte bestens mit dem neuen Herrscherprinzip, einer Art Raubtiermentalität, sondern man wertete die bleichärschigen Germanen in den Ämtern und Behörden zu arischen Übermenschen auf, die nunmehr die beneidenswerte Aufgabe hatten Teile der Bevölkerung möglichst effektiv zu verfolgen, zu berauben, auszulöschen, zu schikanieren, zu quälen und ihren eigenen lieben Nachbarn die Hölle auf Erden zu bereiten.

Effektivität ist naturgemäß ein Begriff, den der Beamte eigentlich gar nicht begreift und nie davon gehört hat. Die meisten Beamten verwechseln Effektivität mit Bequemlichkeit. Doch instinktiv und bei gänzlichem Fehlen von Empathie entwickelte sich ein ungeahnter und nie zuvor gesehener Tatendrang in der zarten Beamtenseele. Nie zuvor wurde das berufliche Duckmäusertum, diese allgemeingültige, oberste Eigenschaft des Beamten, mit soviel Macht ausgestattet, nämlich der unmittelbaren Macht über Leben und Tod. Und auch die Transformation vom bleichgesichtigen Germanen zum übermenschlichen Arier [damit meint man heute umgangssprachlich den Biodeutschen] war eine ausreichende Entschuldigung für diesen ungeheuren Tatendrang und die logistische Glanzleistung des durchgeführten Massenmords an der eigenen Bevölkerung, die ganz zufällig aus Andersdenkenden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Behinderten, Kranken und vor allem Juden bestand. Alles Mitbürger dieses Landes, die unmittelbare Nachbarn des arischen Beamten waren. So konnte man seinen verbliebenen Volksgenossen und sich selbst Geschenke machen, denn die Beute dieses gigantischen Raubzuges an einem erheblichen Teil der Bevölkerung war groß genug, daß für jeden arischen Feigling noch etwas abfiel.

Nie zuvor und nie danach wurde der vollkommen unbekannte Begriff der Effektivität in deutschen Ämtern und Behörden mit mehr Begeisterung zelebriert als zwischen 1933 und 1945. Ein neuer Geist herrschte. Der Begriff des Schreibtischtäters entstand in dem Zusammenhang äußerst zutreffend und bildhaft. Schöner kann man das ja gar nicht beschreiben.

Nach 1945 war der deutsche Beamte durchaus bereit an diese Zeit nahtlos anzuknüpfen, ja er wünschte es aus tiefster Seele, und dies gelang auch zu einem guten Teil. Auch nach 1945 wurde die Verfolgung von Juden, Andersdenkenden, Linken, Sinti und Roma, Homosexuellen usw. in deutschen Amtsstuben gepflegt, man war sehr bemüht diese Arbeit im Geiste Adolf Hitlers fortzusetzen, nur auf eine subtilere, weniger blutige und weniger grausame Art und Weise – auch die Justiz bot ihre hilfreichen Hände, aber die Effektivität, der Überschwang, die Euphorie dieser Tätigkeit von 1933–1945 wurde mehr und mehr gedämpft, und so verfiel der deutsche Beamte in eine Lethargie, die bis heute anhält. Das lag womöglich an den neuen unblutigen und weniger spektakulären Arbeitsmethoden. Dem Beamten waren leider die Hände gebunden, seine Feindbilder und Widersacher durften nicht mehr willkürlich, effektiv und sadistisch in den Tod getrieben werden. Die so plötzlich mit Ehrgeiz betriebene »Effektivität« verschwand ebenso schnell, wie sie erst vor einigen Jahren entstanden war. Und man schützte den deutschen Nationalsozialisten so gut es eben ging – bis in die heutige Zeit.

Was macht man aber nun mit den vielen Blut- und Berufssadisten, die man in den Jahren zwischen 1933 und 1945 benötigte – und die nun leider mehr und mehr überflüssig wurden? Man brachte sie mit Hilfe des deutschen Beamtentums in Justiz, Erziehungswesen, Schulen, im Beamtenapparat selbst, bei Polizeibehörden und später bei der Bundeswehr unter. Dort ist man gewohnt sich zu ducken und zu herrschen – und schlug mit diesem Verfahren der jungen Demokratie ein Schnippchen. Diese einzigartige Mentalität hat sich bis heute bewährt, auch der Geist des Übermenschen wabert noch durch die Amsstuben und äußert sich in einer diffusen Arroganz, einer vollkommen ungerechtfertigten Arroganz also, die die Kunden, nämlich die nicht verbeamteten Bundesbürger, mit seltsam grausamen Augen anstiert. Deshalb werden heutzutage für jeden Beamten mindestens zwei Sicherheitsfachkräfte abgestellt, die den Schutz unserer unfreundlichen und auch völlig überforderten Staatsbeamten gewährleisten.

Diese Sicherheitsfachkräfte erinnern ein wenig an die SA, also an unterbelichtete Staatsbürger in Phantasieuniformen, deren Umgangsformen äußerst fragwürdig sind und die vor knapp neunzig Jahren sicher wertvolle Dienste als Wachmannschaften von Konzentrationslagern geleistet hätten. Aber es ist nicht die SA und auch nicht die SS, es handelt sich schlicht um privatwirtschaftlich geführte Mitarbeiter, die jahrelang Empathie und Mitmenschlichkeit in der Schule des Lebens studiert haben.

Der Fortschritt machte diese Sicherheitsfachkräfte zu unterbezahlten Grüßonkeln, denn den Schießbefehl haben sie ja leider nicht mehr in der Tasche. Man ruft sie nur, wenn der Bürger Fragen an den Beamten stellt, oder wenn der Bürger dem Beamten hilfreich zur Seite springen will, weil der Umgang mit Computern dem deutschen Beamten bis heute ein großes Ärgernis ist – spätestens nach einem solch konstruktiven Eingreifen des Bürgers erscheint eine Sicherheitsfachkraft und sagt deutlich »Tschüß, machs gut!« Auch die Verstandesgrenzen des Beamten reichen hin, um eine ordentlich ausgebildete Sicherheitsfachkraft in Bewegung zu setzen. Zumindest kann man das sehr gut in Hamburg auf den jeweiligen Ämtern und Behörden beobachten. Überhaupt ist das Verständnis des Beamten in der Regel reichlich unterentwickelt, es sei denn, es handelt sich um die eigenen Interessen – dann versteht es der Beamte sehr wohl seine Umwelt, wenn auch unklar, wahrzunehmen und seine Interessen zu schützen.

Nachfragen des Bürgers setzen eine gewisse Bereitschaft des Beamten voraus, die letzterer aber nicht hat und angesichts seiner Überlegenheit auch nicht haben kann, denn der deutsche Beamte ist erhaben, unfehlbar, und träumt von der großen 1000jährigen deutschen Geschichte. Der Beamte ist ein bequemer Ducker und Nachtreter und zehrt noch heute von der schier unbegrenzten Macht dieser glorreichen Jahre, als man seine Mitbürger noch reihenweise verfeuern konnte – keine Frage, für diesen Spaß haben die Beamten noch keinen adäquaten Ersatz gefunden. Nur so läßt sich die Lethargie in den deutschen Amtsstuben erklären.

Schon in der Schule wird heute Kindern, die an Phantasiedefiziten, Empathielosigkeit, Herrschsucht und ausgeprägter Trägheit leiden, prophezeit, daß sie eine Beamtenlaufbahn anstreben werden oder in die AfD eintreten, denn nur dort können ihre auffallenden Talente richtig zur Geltung kommen.

Naturgemäß ist das deutsche Beamtentum unreformierbar, jede Neuerung wird im Keim erstickt, der Effektivitätsgedanke macht Beamten Angst – es sei denn er geht mit sadistischen Zwangsvorstellungen  einher. Das Faxgerät ist dem deutschen Beamten die modernste, technische Errungenschaft der letzten zehn bis zwanzig Jahre. Die Digitalisierung setzt eine geistige Wendigkeit voraus, die leider schlicht nicht da ist. Lediglich eine neue autoritäre Staatsform würde den alten Glanz des Beamtentums wieder herstellen helfen und die Effektivitätsfrage würde sich von ganz allein lösen lassen, wenn man dem Beamten die Möglichkeit verschafft seine direkten Nachbarn wie einst quälen und verheizen zu dürfen.

Sicherlich würde die Modernisierung der Amtsstuben einen Schub erfahren, wenn man den Beamten deutlich machen könnte, daß man Informationen und Datenbanken nutzen könnte, um Teile der Bevölkerung zu selektieren und der Vernichtung zuzuführen, und das diese Tätigkeit heutzutage eine sehr einfache und zeitsparende ist. Das wird auch im Polizeiwesen bereits praktiziert, wo Nazis nur anrufen brauchen um die Adressen und persönlichen Daten ihrer Feinde zu erhalten.

Neben dem angeborenen Duckmäusertum sind Neid, Angst und Langeweile weitere bedeutende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Beamtenlaufbahn. Wer also an Langeweile leidet und sich nicht
mit Barbituraten suizidieren will, sollte eine späte Karriere als Beamter ins Auge fassen. Möglicherweise wird man in der Arbeitsagentur oder in anderen staatlichen, sozialen Einrichtungen Befriedigung darin finden, seine Mitbürger mit lächerlichen Sanktionen zu drangsalieren oder andere Belästigungen und Bevormundungen entwickeln um die Mitbürger in die Depression oder den Suizid zu treiben. Angst oder Schuldgefühle brauchen die Beamten nicht zu haben, empathielos sind sie eh, und ihnen werden mindestens zwei Sicherheitsfachkräfte mit Pfefferspray und Knüppeln an die Seite gestellt, die ihre Unversehrtheit garantieren – und sie dürfen auch ganz offen ihre grenzenlose Verachtung und Ihren unvorstellbaren Ekel für den Bürger zur Schau stellen. Denn für den deutschen Beamten ist nicht nur das Wort Effektivität ein unverständlicher Begriff, sondern gleich an zweiter Stelle rangiert das Fremdwort »Menschenwürde«, das zwar im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland erwähnt wird, das aber auf keinerlei Verständnis im Gehirn eines Beamten trifft.

Die Vorstellung, daß ich einmal in meinem Leben auch nur randständig in ein Abhängigkeitsverhältnis mit diesem Berufsstand geraten könnte, hat mich in dem Entschluß bestärkt unmittelbar mit meinem Suizid zu reagieren, falls ich von dieser Klientel belästigt werde. Ich kann nur jedem raten sein Leben zu beenden, bevor man zum Spielball und zum zynischen  Zeitvertreib für dieses Pack wird. Meiden Sie unbedingt das Gespräch mit Beamten. Falls Sie das nötige Kleingeld haben, agieren Sie nur mit Hilfe von Anwälten, oder kommunizieren Sie wenigstens nur schriftlich mit Ämtern und Behörden, dann haben Sie immer eine Dokumentation der Vorgänge und sind sowohl vor Beleidigungen, Schmähungen und rassistischen Ressentiments geschützt, als auch ihrerseits den beliebten Ausweichmanövern in Form des Verdachts auf Hausfriedensbruch, Beamtenbeleidigung oder Widerstand gegen die Staatsgewalt nicht mehr ausgeliefert. Sie können somit nachweisen, daß Ihr Benehmen keinen Anlaß gab für eine eventuelle juristische Verfolgung.

Denn falls Sie – ganz gleich in welcher Angelegenheit – mit Beamten in eine juristische Auseinandersetzung geraten, wird die Justiz immer und ohne Ausnahme dem Beamten mehr Glauben schenken als jedem anderen Bürger. Gehen Sie niemals von der naiven Idee einer gerechten Rechtssprechung aus, denn die gibt es nicht. Oder wenn es sie gibt, dann wird nur derjenige in den Genuß davon kommen, der über das nötige Geld verfügt die entsprechenden Anwälte über mehrere Instanzen bezahlen zu können.

Wir leben in einer Dreiklassen-Gesellschaft: Bildung, Justiz, ärztliche Versorgung, Steuerpolitik, gesellschaftliche Anerkennung oder die Kommunikation mit Ämtern und Behörden ist geprägt von Ungleichbehandlung und entspricht einer Selektion in die unausgesprochenen Kategorien von vordefinierten Klassen – dies stellt zwar einen Widerspruch zum Grundgesetz dar, das von utopischer Gleichbehandlung faselt, aber im Grunde genommen ein Witz ist. Denn niemand in diesem Land ist bereit auch nur das Notwendigste zu tun, um die Gleichbehandlung der Menschen auch  nur annähernd sicherzustellen – und am allerwenigsten der Beamte.

Nehmen wir als Beispiel den geistesgestörten Narzisten und Teilzeit-Migranten Elon Musk, der mit seinem Geld die hohe Politik und die Duckmäuser des deutschen Beamtentums zum Schweigen bringt, er steht offenbar über dem Recht und dem Gesetz, denn auch ohne notwendige Genehmigungen wird seine Fabrik in Brandenburg gebaut, auch der Natur- und Umweltschutz spielt keine Rolle mehr, überhaupt spielen keinerlei rechtliche Bedenken eine Rolle bei Elon Musk, stattdessen wird man dem guten Mann noch Millionen Subventionen in den Arsch blasen und ihn mit wohlgefälligen Geschenken überhäufen, damit er ein paar schlecht bezahlte Jobs schafft in einem Betrieb, der gewerkschaftliche Betätigung unterdrücken und ausrotten wird. Wenn er dann genug Profit daraus gezogen hat, wird er in Brandenburg eine Wüste hinterlassen – und in andere Gefilde abwandern, wo er erneut mit einer ähnlichen Subventionsarie empfangen wird. Auch wenn Musk demnächst ein Lager für Zwangsarbeiter am Rande seiner Fabrik bauen sollte, wird es keinen behördlichen Widerspruch geben – jedenfalls nicht, wenn Migranten in das Lager einziehen sollen.

Im Gegensatz dazu schaue man sich die Lebensbedingungen der in Deutschland lebenden Migranten an. Diese Menschen dürfen hier gern die dreckigen und harten Jobs zu Hungerlöhnen verrichten, die der Arier, also neudeutsch der Biodeutsche, selbstverständlich ablehnt. Während die Frauen häufig den Nachkommen der Arier die Schwänze lutschen, oder die Bürotoilette reinigen, oder den arischen Senioren den Arsch abwischen – zum Mindestlohn oder auch gern darunter.

Gleichzeitig dürfen diese Migranten, die sowieso schon über geringe Mittel verfügen, sich in katastrophale Schrottimmobilien einmieten, die völlig überteuert sind und wo kein deutscher Staatsangehöriger mehr freiwillig leben würde, da der Schimmel bereits vom Erdboden bis zur Decke reicht. Rechte gibt es für diese Menschen nicht, und wenn, dann wären sie unerreichbar und unerschwinglich.  Friß oder stirb ist die Devise dieses modernen Sklaventums – und niemand möchte an den Verhältnissen etwas ändern, denn damit läßt sich viel Geld verdienen. 

Schauen Sie sich die Leiharbeiter an, die Kurierdienste, die Erntehelfer auf den Feldern, die Arbeiter in den Schlachthöfen, die Bauarbeiter, die Altenpfleger, die Prostitutionsbranche usw. Eine Armee von Menschen, die man schwer arbeiten läßt, die in Ställen statt Wohnungen hausen müssen, die noch um ihren geringen Lohn fürchten müssen, die die Klappe halten und die gleichzeitig noch dankbar sein sollen für die menschenverachtende Ausbeutung, die ihnen in diesem Land widerfährt.

Der deutsche Beamte und die Politik sind da völlig d’accord, denn die Menschenverachtung ist diesen Funktionsträgern bereits mit der Muttermilch verabreicht worden. Genau das ist die Mentalität des Beamten. Wenn man die nutzlosen Ausländer schon wenigstens nicht abschieben, nicht ausrotten oder womöglich in Lagern internieren kann, so darf man doch wenigstens seine Verachtung, seinen Abscheu zum Ausdruck bringen gegenüber einer Randgruppe, die so doof ist sich so trefflich ausbeuten zu lassen – und mit denen so viele gewissenlose und erfolgreiche Arier einen Haufen Geld verdienen.

Ich bin mir fast sicher, daß in ein paar Jahren die AfD in diesem Land regiert und die Migranten auf bösartige und grausame Weise verfolgen und drangsalieren wird – statt diesen ausgebeuteten Menschen dankbar für ihre Leistung zu sein, läßt sich sehr einfach politisches Kapital aus der puren Existenz dieser Menschen ziehen – und die Beamten werden erneut in einer zwölf Jahre andauernden Euphorie und emsigen Tätigkeit aufblühen. Sie werden wie die fleißigen Ameisen äußerst effektiv dabei helfen können die Probleme dieses Landes einer endgültigen Endlösung zuzuführen um dann den Endsieg nach dem totalen absoluten Krieg des großen Führers Höcke zu verkünden. Bernd soll auch Beamter sein, habe ich gehört. Wieviele verbeamtete Nazis gibt es eigentlich in diesem Land?

Und überhaupt bietet das Berufsfeld des Beamten eine nie versiegende Quelle nationalsozialistischen Ruhms. Der gemeine Beamte ist geradezu prädestiniert für den Nationalsozialismus. Ein echter Schläger und Rechtsextremist wird auf offene Arme bei Armee und Polizei stoßen, deshalb tun sich die deutschen Behörden auch so schwer bei der Verfolgung rechtsextremistischer Gewalttäter oder relativieren diese Taten wie unser Vorzeige-Arier Hansi Maaßen, dessen Physiognomie schon von weitem den reinen Blut-und-Boden-Arier verrät. Maaßens ganzes Erscheinungsbild ist ein Triumph des Willens und der rassischen Überlegenheit. Wie sollen Ämter und Behörden denn nun den Rechtsextremismus bekämpfen, wo doch teilweise ihre hohen Repräsentanten selbst rechtsextrem und geistesgestört sind – und der eigene Inlandsgeheimdienst offenbar den Rechtsextremismus mit Steuergeldern umfänglich finanziert?

Sie müßten ja damit beginnen sich selbst und ihre eigenen Kollegen zu bespitzeln um Erfolge zu zeitigen. Deshalb, ihr lieben Beamten, laßt es einfach! Die Justiz wird weiter rechte Mord- und Brandanschläge als Dumme-Jungen-Streiche relativieren – die Ignoranz der Justiz gegenüber rechten Straftaten ist ja bereits legendär; Geheimdienste werden weiter ihre Verstrickungen in den nationalsozialistischen Untergrund vertuschen und relativieren; Polizei und Militär werden weiterhin Nazis zu effektiven Gewalttätern ausbilden und ihnen unbeschränkten Zugriff auf Kriegswaffen einräumen; eine ungewisse Zahl der Beamten wird auch künftig zu den Sympathisanten des Rechtsextremismus zählen und seine rassistischen Ressentiments pflegen. Und die Gesellschaft wird weiterhin gelangweilt und voller Ekel ertragen, was in diesem Lande so alles schief läuft.

So wenig, wie die katholische oder evangelische Kirche bereit ist sich mit den pädophilen und sadistischen Taten ihrer Repräsentanten auseinanderzusetzen, so wenig werden die Repräsentanten dieses Staates darauf dringen vor der eigenen Tür zu kehren und dafür zu sorgen, daß man als Teil einer Randgruppe oder als Migrant in diesem Land wieder unbeschadet und ohne Angst leben kann. Denn man kann schon annehmen, das die Sicherheit in diesem Land nur für Biodeutsche, damit meint die AfD die Arier, gelten soll, all die anderen sollen ungeschützt mit der Bedrohung dieser menschenverachtenden Brut leben lernen – oder sterben. 

Möglicherweise sollen wir alle brav abwarten bis die Nazis uns alle wieder abschlachten, aber ich hoffe, diesen Gefallen werden meine Mitbürger denen nicht tun. Ich werde nie verstehen, warum man die Nazis nach 1945 nicht rigoros ausgerottet hat – und auch warum man heute nicht dieses asoziale Gesocks ausrottet. Vermutlich sind sie bereits wieder systemrelevant? Die Bundeswehr äußert sich bereits in dieser Weise. Verzichten könne man auf diese Leute, die ja hervorragend ausgebildet sind, nicht. Naja, dann ist ja alles gut.

Auf die Erkenntnis, daß es bei der Polizei soviele Rechtsextremisten gibt, hat ein Politiker zum besten gegeben, daß da wohl einiges »verrutscht« sei, und die Arbeitsbedingungen seien auch ein Grund für diese bedauerliche Entwicklung. Demnächst wird es heißen, daß die Nazis bei der Polizei lediglich Opfer der Verhältnisse seien. Wer soll das glauben? Die Nazis bei der Polizei werden übrigens auch nicht entlassen, sondern höchstens disziplinarrechtlich gestreichelt – obwohl die auf die Verfassung einen Amtseid geleistet haben – und keineswegs auf den Führer, den großen Bernd. Wer wird dann noch die Polizei um Hilfe rufen wollen, wenn man damit rechnen muß selbst ein Opfer einer mehr und mehr von Nazis dominierten Polizei zu werden? Tja, da ist einiges verrutscht, finde ich auch.

Beneidenswert ist auch die reibungslose Kommunikation zwischen Polizeibehörden und kriminellen Nazis – Nazis wohlgemerkt, denn da ist die Polizei offenbar allzeit bereit Adressen von ausgewiesenen Nazigegnern für geplante Gewaltakte, Terror oder Einschüchterung diesen Kriminellen zur Verfügung zu stellen. Irgendein geisteskranker Nazi ruft einfach mal einen Kumpel im BKA in Wiesbaden an und fragt nach einem Namen auf seiner Todesliste, prompt erhält der die Adresse, und weiß nun zumindest wo er sein Opfer zu finden hat. Soviel Initiative hat man der Polizei gar nicht zugetraut. Wenn ich da persönlich vorspreche und eine Anzeige erstatte, geschieht in der Regel nichts... Dieses staatliche Hätscheln und Pflegen von Nationalsozialisten ist schon bedeutsam. Von einer wehrhaften Demokratie reden nur umnachtete Politiker, die alles schönreden wollen. Wieviel Menschenverachtung soll unser Gemeinwesen eigentlich noch ertragen?